La Fortuna & Santa Elena

Handgroße Grashüpfer und durchgedrehte Katzen

07.11.2017 – 15.11.2017

Für alle, die die Geschichte nicht interessiert, gibt es am Ende eines jeden (Weltreise-) Artikels Einschätzungen und Tipps zur Stadt in Bezug auf Unterkunft, Essen, Transport, etc.

La Fortuna

Von der Küste ging es zu dem immer noch aktiven Vulkan Arenal im Landesinneren. Nach einer fünf-stündigen Shuttlefahrt kamen wir gegen Abend in unserem Hostel an. Oder eher bei einer netten Familie, die einige Zimmer ihres Hauses entsprechend eingerichtet hat. Begrüßt wurden wir direkt mit einem frisch gemachten Smoothie und einem Bier Cocktail, der eine Art Berliner Weiße mit Limetten Geschmack war. Sehr lecker! Mit unseren englisch Kenntnissen kamen wir nicht weit und so kommunizierte der Hostelpapa ganz stolz über Google Translate mit uns, er war immerhin schon um die 70.

Wir blieben nur vier Nächte, will heißen:  Wir hatten nur drei volle Tage, um möglichst viel zu unternehmen. Zuerst ging es auf einer nervenaufreibenden Wanderung zum berühmten La Fortuna Wasserfall. Stundenlang zu gehen auf der Straße in der prallen Sonne und ohne Schatten, ist nicht das Wahre. Als wir ankamen,  fing es dann natürlich an zu regnen. (Sollte uns aber recht sein!)  Der Regen vertrieb die übrigen Touristen und so hatten wir den Wasserfall und den angrenzenden Fluss kurze Zeit für uns alleine. Bemerkenswert waren die handzahmen Fische im Wasser, die uns um die Füße schwammen und gestreichelt werden konnten. Nach etlichen Foto-Sessions – so ein Wasserfall ist einfach ein cooles Motiv – wurde ein wenig geschwommen und auf dem Rückweg ein Frozen Yoguhrt gegessen. Komplett fertig fielen wir im Hostel nach den obligatorischen Nudeln mit Käse-Sahne-Soße nur noch ins Bett.

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Langeweile und ein heißer Fluss

Der nächste Tag sollte eigentlich noch anstrengender werden. Neben dem eigentlichen Vulkan gibt es einen kleineren, erloschenen: den Cerro Chato. Im Krater hat sich ein See gebildet, in dem wir nach zwei- bis drei-stündigem Marsch entspannen wollten. Der Wanderweg ist der zweitschwierigste in Costa Rica. Nach den Internetreviews extrem schwierig, was auch daran liegt, dass die Strecke weniger Wanderweg ist und mehr Felsen, die erklettert werden. Zu unserem Pech lasen wir dann, dass eben dieser Weg geschlossen sei. Halb so schlimm, dachte ich mir, und wollte trotzdem klettern. Jedoch erfuhr ich dann, dass nur fünf Tage vor uns, einige Niederländer von dem Vulkan gerettet werden mussten. Dieser Tagesausflug fiel also ins Wasser. Ohne Auto und Uber saßen wir im Hostel fest. Alle anderen Sehenswürdigkeiten waren mehrere Fußstunden entfernt.

Am letzten Tag lernten wir glücklicherweise ein deutsch-spanisches Pärchen kennen, das uns ein Stück mitnahm und an einem Damm absetzte. Weit und breit war dort aber nur Dschungel. So beschlossen wir, den Weg zurückzulaufen und einen heißen Fluss zu erreichen, der dem Vulkan entsprang. Nach anderthalb Stunden kamen wir wohlbehalten an und verbrachten bestimmt die gleiche Zeit in dem 38°C heißen Fluss. Der Rückweg zum Hostel war zu weit zum Laufen und den Bus verpassten wir um fünf Minuten. Der Daumen wurde rausgestreckt und direkt das erste Auto hielt an: Zurück ging es mit einer mexikanischen Familie.

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Das nächste Shuttle wurde gebucht und es ging ein Stück weit hinter dem Vulkan nach Santa Elena, besser bekannt als Monteverde.

Santa Elena

Auf dem Weg unternahmen wir wieder eine Bootsfahrt, diesmal über einen See und nicht durch den Dschungel.

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In Santa Elena blieben wir wieder vier Nächte. Im Vorfeld hatten wir beschlossen, eine Zipline-Tour in Kombination mit Hängebrücken zu buchen. Nach einem aufschlussreichen Gespräch mit unserer Hostelmama warfen wir unsere ursprünglichen Pläne über Bord. Statt beide Aktionen bei einem Anbieter zu buchen, teilten wir sie auf, da wir so mehr für unser Geld bekamen. Dazu gleich mehr.

Wandern mit Hunden

Am ersten Tag ging es nämlich in einen weiteren Nationalpark. Santa Elena und das gesamte Gebiet liegt im “Cloud Forrest” und der Name ist Programm. Gegen Mittag ziehen hier Wolken durch die ganze Stadt und den angrenzenden Regenwald. Nachmittags konnten wir  nur wenige Meter weit sehen. Mit den Wolken kam dann meistens Regen, teilweise sehr stark, doch meistens eher ein feiner Sprühregen.

Kurz bevor alles in den Wolken versank

Auf dem Weg zum Park begann ein Hund, uns zu folgen. Er fing einfach an neben uns herzulaufen. Teilweise war er verschwunden, nur um hinter der nächsten Ecke auf uns zu warten. Wir nannten ihn Steve. Nach weiteren Kilometern gesellte sich dann Stella zu uns. Mit den zwei Hunden im Schlepptau machte der Weg gleich doppelt so viel Spaß. Gegen Ende kam noch kurzerhand Duke hinzu, dieser verließ uns aber wieder relativ schnell.

Von Links nach Rechts: Duke, Stella und Steve

Am Park angekommen mussten wir uns leider verabschieden, Hunde waren dort nicht zugelassen. Nach den ersten hundert Metern im Park stand dann plötzlich Stella wieder vor uns. Also zurück, aber sie wollte sich nicht abschütteln lassen. Der Parkwächter vertrieb sie kurzerhand und so konnten wir mit schwerem Herzen unseren Besuch fortsetzen.

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Der Curicancha Park

Im Park begegnete uns als Neuzugang ein Ameisenbär. Dieser war extrem zutraulich und so konnten wir auf wenige Zentimeter an ihn heran. Nasenbären schmatzen unglaublich laut, ziemlich süß und witzig. Die weiteren zwei Stunden der Tour verliefen dann eher ruhig. Wir schwangen an einigen Lianen umher und gegen Ende flog ein riesiger Mottenschwarm aus der Wand direkt vor uns auf.

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Aus der Ferne erst für einen Affen gehalten

Auf dem Rückweg wartete zu unserer großen Überraschung direkt hinter dem Parkeingang Steve auf uns. Er schloss sich uns wieder an und wir bekamen noch einen Neuzugang: Lexi. Bei Stellas Haus stand eben jene vor uns auf der Straße. So ging es mit drei Hunden zurück zum Hostel. Lexi kehrte gegen Ende selbst um, Steve rannte nach Hause und Stella verließ uns schlussendlich vor unserem Hostel in eine Seitenstraße.

Funktionierte mehr oder eher weniger

Der „Flug“ über den Dschungel

Am nächsten Tag standen die gebuchten Touren an. Die Zipline Tour war der absolute Wahnsinn. Früh morgens ging es los. Neben sechs normalen Ziplines, gab es zwei an die wir wie Superman geschnallt wurden. Der Park bietet außerdem die längste Zipline in Lateinamerika mit zwei Kilometern Länge. Daneben wurden wir von einem Baum abgeseilt, fuhren in einem Buggy und hatten als krönenden Abschluss einen 45 Meter tiefen Tarzan Swing. Ich habe geschrien wie ein kleines Mädchen, Höhenangst sei Dank. Bei einem anderen Anbieter hätten wir zum gleichen Preisen nur acht normale Ziplines bekommen!

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Nachmittags ging es zu einem anderen Park und dort über acht Hängebrücken, die absolut unspektakulär waren. Ich weiß nicht, was wir erwartet hatten. Die Beschreibung klang einfach cool: Auf Hängebrücken in gigantischer Höhe mitten durch den Dschungel laufen. Das passiert auch, klingt aber – wie gesagt – spektakulärer als es ist. Ob wir jetzt auf Hängebrücken oder auf normalen Wanderwegen durch den Dschungel liefen, machte keinen großen Unterschied. Dazu kostet der Spaß noch 35$, ist also alles andere als billig. Hängebrücken fallen für uns somit in die Kategorie: Kann man machen, wenn es im Budget liegt, man verpasst aber absolut nichts, wenn man sie auslässt.

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Die grashüpferfressende Katze

Abends in unserem Hostel hatte ich dann ein schreckliches Erlebnis. Wir sahen die größte Grashüpfer Art, mit ganzen neun Zentimetern Länge direkt auf unserer Veranda. Warum hasse ich Grashüpfer? Sie springen unglaublich weit, sind schnell und können ein Stück weit fliegen. Bei Spinnen beispielsweise weiß ich, dass ich auf wenige Zentimeter herangehen kann, ohne dass sie mich erreichen werden. Spinnen sind zudem eher langsam. Nach der Grashüpfer-Begegnung beschloss ich, nicht mehr rauszugehen, wenigstens den restlichen Tag nicht mehr. Zu allem Überfluss hatten wir dann eine Heuschrecke im Zimmer, das freundliche Personal entfernte diese glücklicherweise.

Neben den Insekten tobten auf der Veranda auch sehr oft Affen. Diese trieben sehr viel Unsinn, warfen mit allen losen Dingen und stahlen Obst. (Auf jeden Fall: angenehmer als Riesengrashüpfer!) Auch gab es eine durchgedrehte Katze im Hostel. Die erste Begegnung hatten wir am ersten Abend. Erst dachten wir, dass ein Affe  neben uns durch die Bäume springt, aber auf einmal fiel die Katze aus dem Gebüsch. Später stand sie an unserem Fenster und kurz danach unternahm sie den Versuch, durch das geschlossene Fenster zu springen. Auch unser Zimmer besuchte sie und verwüstete unsere Betten. Glücklicherweise verschlang sie jeden Abend mehrere Grashüpfer und Heuschrecken, was sie mir äußerst sympathisch machte.

Auf der Suche nach einem Weg in unser Zimmer

Am allerletzten Tag wanderten wir noch zu einem Baum, der frei bekletterbar ist. Hatten wir einen normalen Baum erwartet, bestand dieser in der Realität aus einem komischen Gebilde. Eine Art natürlicher Tunnel aus Holz, dieser war von allen Seiten durchlöchert, führte schräg auf einen 20 Meter hohen Baum. Anfangs gut zu klettern quetschen wir uns gegen Ende mehr durch den Tunnel um dann die Spitze zu erreichen. Der Tunnel mündete direkt über dem Ende des Baumes, ohne Sicherung wurde versucht den Tunnel zu verlassen und möglichst nicht zu fallen…

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Wohlbehalten standen wir schließlich oben und lernten einen Schweizer und Australier kennen. Nachdem der Ausblick lange genossen wurde, ging es zurück nach unten und zum Hostel.

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Als nächstes geht es für zwei Wochen surfen an die Pazifikküste nach Santa Teresa.


Meinungen und Tipps

Unterkünfte: Sunset Inn und Nina’s Place

Beide Hostels punkten mit Frühstück und außergewöhnlichem Service. Dazu sind sie noch äußerst billig. Die Lage ist bei beiden Hostels ebenfalls phänomenal. Besonders Nina’s Place, ein Stück außerhalb von Santa Elena auf einem Berg. Hier sieht man  täglich Affen und mehr.

Transport: Laufen / Trampen

Beide Orte sind Backpacker Ziele. Somit finden sich viele hilfsbereite Autofahrer die einen mitnehmen. Ansonsten wird alles erlaufen, da Taxis teuer sind.

Essen: Selber kochen

Neben den landestypischen Frühstück mit Reis und Bohnen kochten wir in dieser Zeit wieder einmal selbst. In beiden Unterkünften gibt es einen Mixer und so bestand das Mittagessen hauptsächlich aus Obst in Form von Smoothies. Daneben gab es wieder Burger.

Oder eher die Baguette Variante

Sehenswürdigkeiten

La Fortuna Wasserfall / Cerro Chato

Der Wasserfall am Fuß des Cerro Chatos bietet neben Aussichtspunkten auch die Möglichkeit zum Schwimmen. Einzigartige Erfahrung, aufgrund der schieren Größe des 70 Meter hohen Falls. Der Eintritt liegt bei 15$ p.P.

Der Cerro Chato sollte auf jeden Fall bestiegen werden, wenn der Wanderweg frei gegeben ist! Oben wartet dann ein Kratersee.

Ziplining

Santa Elena / Monteverde eignet sich aufgrund zahlreicher Parks hervorragend zum Ziplining. Das beste Angebot kommt dabei von „100% Aventura“. Für 50$ sind acht Ziplines, zwei davon in der Superman Variante,  Abseilen, Buggy, Shuttles und ein 45 Meter hoher Tarzan Swing dabei.

Fiscus Tree

Dieser Baum lässt sich umsonst durch eine Art natürlichen Tunnel erklettern. Der Weg ist allerdings versteckt, am  besten mit Maps auf gut Glück in den Wald laufen. Ist spektakulärer als es klingt! Unbedingt machen.

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