New York

Der Start der Reise

18.08.2017-26.08.2017

Für alle, die die Geschichte nicht interessiert, gibt es am Ende eines jeden (Weltreise-) Artikels Einschätzungen und Tipps zur Stadt in Bezug auf Unterkunft, Essen, Transport, etc.

So fängt es an.

Anreise

10 Monate Weltreise. 10 Monate Planung. Dann ist der erste Tag wie aus dem Nichts da. Von Freunden und Familie wurde sich natürlich verabschiedet, auch wenn man es am Ende mehr als Leid war die Route und Daten zum hundertsten Mal zu erläutern. Aus den kleinen Dörfern Meesdorf (330 Einwohner) und Eicken-Bruche (2.000 Einwohner) nach New York (18.900.000 Einwohner).

Also Rucksack gepackt und los! Von Hamburg ging es über Island zum Ziel. Icelandair ist an dieser Stelle nur jedem zu empfehlen: Neuste Filme, Serien und Musik neben Nordlicht-Projektionen an der Decke. Außerdem kann man als Transit bis zu eine Woche ohne Aufpreis in Island verbringen. Schon beim Flug stellten sich die ersten Probleme ein. Da ich zuvor nicht den Online Check-In bestand, sollte ich nach Angaben der Fluggesellschaft in Island erneut einchecken. Dort stellte sich heraus, dass ich die besondere Ehre hatte, eine private Sicherheitsüberprüfung durch die USA zu erfahren. So sollte ich erst Dokumente vorlegen, die sicherstellten, dass ich jene auch wieder verlasse. Diese waren natürlich nicht im Handgepäck, aber zum Glück in der Cloud gespeichert. Anschließend ging es eine Stunde in die besagte Kontrolle. Das Flugzeug wartete zum Glück und so ging es mit einer Stunde Verspätung weiter.

Flughafen Newark

Abends angekommen in New York passierten wir den unfreundlichsten Beamten meines jungen Lebens. Wenn er uns aus bloßer Willkür zurückgeschickt hätte, wär dies nicht überraschend gewesen. Dennoch wurden wir rein gelassen, auch wenn ich meine Sandwiches aufgrund der deutschen Salami abgeben musste. Der Jetlag traf einen danach wie die Faust ins Gesicht. Während es an der Ostküste 22:00 war, war es zuhause bereits 4:00 morgens. Da die Reise bis hier nicht gerade leicht war, Economy Class sei dank, wollten wir nur noch in unser Hostel (s.u.) und schlafen. Wir waren jedoch in Newark gelandet was ein ganzes Stück von NY weg ist. Bei irgendeinem Schalter wurde die Tickets nach NY erstanden und dann ab zur Haltestelle. Dort bemerkten wir, dass wir einen teuren Reisebus gekauft hatten, der keine festen Abfahrtszeiten hatte. Nach einer Ewigkeit kam der Bus dennoch, ließ uns aber mitten auf dem Times Square raus.

Stichwort laufen. 16 Kilo Rucksack, mit dickem Pulli und langer Hose, bei gefühlten 30°, nach 24 Stunden ohne Schlaf und nachts um 24:00 durch NY. Nach einer halben Stunde waren wir dennoch angekommen (Fun-Fact: von Newark fährt günstig direkt ein Zug zum Times Square und von dort sind es nur zwei Stationen mit der Metro zum Hostel. Besser vorher planen!).

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New York

Dank des Jetlags wacht man in NY ohne Wecker gegen 8:00 morgens auf, auch als notorischer Zuspätkommer und ehemaliger Schüler. Man wacht auf und realisiert es erst nicht, was zum Teil bestimmt auch an dem Zimmer liegt, in dem man aufwacht. Trotzdem will man direkt raus in die Stadt und planen wohin es zuerst geht.

Ab hier könnte ich berichten, wie wir die folgenden Tage die einzelnen Sightseeing-Touren abklapperten. Aber solche Berichte langweilen meiner Meinung nach nur und bieten keinen Einblick in die Stadt. Viel mehr soll es hier „nur“ um die Stadt gehen.

New York. Die Großstadt von der jeder gehört hat, jeder kennt ihre Wahrzeichen. Im Vorfeld hörte ich, dass es eine Stadt des „schnellen“ Lebens sei, zu schnell für manche Gemüter. In der Realität habe ich eher das Gegenteil kennengelernt.

New York ist riesig und teilweise überfüllt mit Menschen und Autos. Dadurch resultiert ein eher stockendes Leben. Die Autos bewegen sich nur langsam von Block zu Block, eine „Grüne-Welle“ gibt es weder auf der Straße noch auf den Fußgängerwegen. Man wird gezwungen anzuhalten. Auch die Metros lassen für eine solche Großstadt teilweise lange auf sich warten. Ganze Avenues werden am Wochendende für Märkte gesperrt. In Verbindung mit den unzähligen Parks nimmt dies so extrem die Geschwindigkeit aus der Stadt. Der Central Park natürlich besonders, mit einer Fläche größer als Monaco. Heißt man kann eine Woche nur durch den Park laufen und hat immer noch nicht alles gesehen. Aber auch die New Yorker selbst nehmen das Tempo aus der Stadt. Viele schlendern eher durch die Straßen, dass uns die Stadt teilweise zu langsam vorkam.

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Auf der anderen Seite bietet die Fülle an Menschen und Ereignissen eine rasende Geschwindigkeit an Eindrücken. Egal wohin man guckt, immer wieder hat sich etwas verändert. Am Bryant Park standen beispielsweise wie aus dem Nichts vier Polizeistreife und keiner wusste wieso. Nur das Gerücht über einen „gefährlichen“ Mann hielt sich.

Eine Großstadt wie jede andere?

Jain. Zwar lassen sich auch in New York die klassischen Straßen und Merkmale einer jeden anderen Großstadt finden, etwa die „Standard“ Einkaufsstraßen mit H&M und Zara und eine (atemberaubende) Skyline. Trotzdem ist New York eine Welt für sich. Sei es durch die Mischung aus Stadt und Park oder den Überschuss an Möglichkeiten für Unternehmungen. Genau dieser Überschuss zeichnet New York sowohl positive als auch negativ dabei aus. Man wird förmlich erschlagen, findet aber auch Gefallen an den grenzenlosen Möglichkeiten.

Touristisch bietet die Stadt so uneingeschränkten Mehrwert. Einschränkend gilt es zu sagen, dass New York außerhalb dessen (für Touristen) nicht viel bietet. Wenn man die Hotspots und bekannten Straßen verlässt steht man halt in irgendwelchen Blocks. Schön sind diese dabei nur von oben bzw. weiter weg (s.u.). New York wird so oft auf seine Sehenswürdigkeiten reduziert, abseits davon bekommt man auch (als Tourist) nicht viel mit. Es ist schwierig einen Zugang zu der Stadt zu finden, auch da New York sich primär auf den Tourismus konzentriert. Die Stadt bleibt sehr oberflächlich.

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Was bleibt?

Touristisch ist die Stadt absolut sehenswert. War die Stadt geil? Ja! Will ich wieder hin? Vielleicht irgendwann mal. Darüber hinaus bleibt NY aber eben nur eine Stadt. Wer hinter jeder Ecke coole neue Sachen vermutet, wird enttäuscht.

Meiner Meinung nach genießt die Stadt in der westlichen Welt einen zu hohen Status. New York als „die“ Großstadt darzustellen ist falsch. Gründe dafür sind schwer in Worte zu fassen. Es ist eher ein Gefühl, das man bekommt. Für eine ein bis zwei Wochen Besichtigung reicht es, aber hier zu Leben kann ich mir auf Dauer nicht vorstellen. Ich rede hier von der Stadt und nicht den allgemeinen Lebensverhältnissen. In einem Penthouse würde ich es in NY auch nicht schlecht finden, dies liegt aber am Penthouse und nicht an NY. Obwohl das Leben dort natürlich viele Vorteile bietet. Ständig kann man etwas unternehmen, alle Läden sind dauerhaft geöffnet und man kann eine ganze Zeit lang täglich neues entdecken.

Vielleicht sind es auch die Touristen, die der Stadt ihren Wert geben und sich dabei nicht überlegen, wie es „hinter“  den Fassaden aussieht. Der „Traum“ von NY bleibt dabei erhalten. Immerhin ist es auch nicht wichtig, was hinter den Kulissen ist. New York verkommt zum gigantischen Freizeitpark der westlichen Welt. Man bleibt für kurze Zeit und nicht sein Leben lang.

Marvel

New York ist das Marvel-Mekka. Alle (aktuellen) großen Filme und Serien spielen hier. Perfekt, um eine Tour zu den bekannten Drehorten zu unternehmen. Daneben empfehlen wir hier auf jeden Fall noch Midtown Comics am Times Square und die Captain America Statue in Brooklyn. Coole Idee: In Hell’s Kitchen mit einem Schal ein Daredevil Foto machen!

Midtown Comics
Captain America auf der Industrial Plaza (Brooklyn)

New Jersey

Während unseres Aufenthaltes in New York waren wir auch zwei Nächte in New Jersey. Die Strände und die Princeton University in Pennsylvania lohnen sich dabei auf jeden Fall für einen Tagesausflug.


Meinungen und Tipps

Unterkunft: West Side YMCA New York 

Günstigstes Hostel in New York mit 50€ p.P. pro Nacht (Doppelzimmer). Direkt am Central Park eine hervorragende Lage, jedoch bietet es sonst nicht viel. Mit kleinen Zimmern und keinen wirklichen Aufenthaltsbereichen ist alles auf „Massen-Abfertigung“ ausgelegt und somit noch unter dem Durchschnitt. Trotzdem, man kommt nicht zum Entspannen nach NY und so reicht es aus.

Transport: Metro

Die Metro ist jedem zu empfehlen. Ein 7-Tage-Ticket kostet umgerechnet ca. 27€. Alles ist gut zu erreichen und da sich Pläne ständig andern ist die Flexibilität enorm von Vorteil. Außerdem ist es aufwendig sich immer wieder neu ein Ticket zu lösen. Den Preis hat man mit gerade mal 11 Fahrten schon wieder raus, was bei uns nach drei Tagen der Fall war. Man muss relativ oft umsteigen und an den Linien gibt es immer Bauarbeiten die zu weiteren Änderungen führen. Das Netz reicht zusätzlich z.B. bis nach Brooklyn und Queens und deckt so nicht nur Manhattan ab. Strecken nicht unterschätzen! Von der einen zu anderen Seite der Stadt kann es schonmal eine Stunde dauern.

Essen: Absolute Bagels

Für 3-5$ gibt es Uptown in einem kleinen Laden, der nicht nach viel aussieht, die besten Bagels der Stadt. Nicht nur meine persönliche Meinung, zahlreiche Auszeichnungen bestätigen dies. Egal ob Vegetarisch oder mit Fleisch, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist allein von der Menge unschlagbar und dazu noch verdammt lecker. Da es außerdem keine Brötchen in NY gibt, ist dies die beste Alternative.

Sehenswürdigkeiten: Unendlich

NY bietet einfach so viel, dass ich hier nur meine Highlights aufführe. Weitere finden sich im Bericht selbst.

Bryant Park

Ein etwas kleinerer Park direkt an der Pulic Libary zwischen dem Rockefeller Center und dem Empire State Building. Hier ist täglich Programm, egal ob Shakespeare im Park, Street-Food oder Konzerte. Auf jeden Fall die Termine und Events einsehen.

High Line

Ein Weg durch die Stadt auf alten Bahnschienen. Die Strecke ist bepflanzt und befindet sich mehrere Meter über den Straßen, sollte man gesehen haben.

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Top of the Rock

Eher von hier die Aussicht genießen, immerhin will man das Empire State Building auf den Fotos und nicht unter sich. Sonnenuntergang mitnehmen, um die Stadt bei Nacht zu sehen und deshalb einige Tage im Voraus buchen.

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Natural History Museum

Von allen Museen am meisten zu empfehlen. Eigentlich unbeschreiblich, am besten erst Nachts im Museum gucken und die Fotos auf sich wirken lassen.

 

Keine gemalten Bilder, sondern Lebensgrosse Figuren von Spatzen bis zur Elefantenherde.

Staten Island Ferry

Ist umsonst und der Blick auf die gesamte Skyline und die Freiheitsstatue ersparen einem die überteuerte Fahrt zu jener.

9/11 Memorial

Spricht für sich.

 

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