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Melbourne

Kängurus und Rocket League

29.01.2018 – 03.02.2018

Für alle, die die Geschichte nicht interessiert, gibt es am Ende eines jeden (Weltreise-) Artikels Einschätzungen und Tipps zur Stadt in Bezug auf Unterkunft, Essen, Transport, etc.

Frisch gestartet führte uns unser Weg von Sydney runter nach Melbourne. Über 1000 Kilometer Fahrt. Eine Strecke von Paris bis Prag. Keine Autobahnen, Tempolimit 50 – 110 km/h und alle 30 Kilometer steht doch tatsächlich eine Ampel auf einem Highway. Wir fuhren die Strecke in 48 Stunden.

Sydney – Pebbly Beach – Lake Tyers – Melbourne

Zum Verkehrssystem in Australien

Links-Verkehr. Für Deutsche ein Grauen. Für uns Normalität waren wir schon sechs Wochen zuvor in Neuseeland gewesen. Zwei Wochen davon ebenfalls im Auto unterwegs. Es wäre seltsamer gewesen jetzt rechts zu fahren als links. Hinzu kam unser Automatik Camper mit dem wir ohne Probleme den Verkehr meisterten.

Highways bzw. Freeways sind das Stichwort außerhalb von Europa. Ein- bis fünfspurige Straßen pro Seite, durch Städte und Landschaft. Straßen, keine Autobahnen. Tempolimits. Dazu führen Highways durch die Städte und nicht darum herum. Pro Ortschaft muss auf 50 abgebremst werden, alle Ampeln und Kreisverkehre werden hinter sich gebracht. Dann geht es bis zur nächsten Ortschaft mit maximal 110 km/h weiter. Strecken dauern in Australien anderthalb bis doppelt solange wie in Deutschland und sind eben viel anstrengender zu fahren.

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Pebbly Beach

Unseren ersten Stop legten wir an Pebbly Beach ein. Ein kleiner Strand mitten in einem Nationalpark, der nach dem was wir hörten noch ein echter Geheimtipp sein soll. Nur wenige Camper wissen von dem Strand an dem eine große Kängurukolonie ihr Leben lebt. Nachdem die ersten vier Stunden Fahrt hinter uns lagen aßen wir am Strand zuvor gekochte Nudeln und es dauerte nicht lange bis die Kängurus angesprungen kamen. Diese waren so zutraulich, dass sie sich sogar streicheln ließen. Wir wissen, macht man eigentlich nicht, aber ein kurzes drüberstreichen musste drin sein. Wird knuddelten sie ja nicht zu Tode, obwohl wir das eigentlich gerne gemacht hätten.

Leider wurde es wahnsinnig schnell dunkel und wir mussten uns in unseren Camper zurückziehen. Der darauffolgende Tag begann leider ohne Kängurus, dafür mit einer kalten Dusche mit gelbem Wasser. Lecker. Eine lange Fahrt stand an. Wir wollten am Folgetag in Melbourne angekommen und versuchten so möglichst viele Stunden gutzumachen. Fast acht Stunden saßen wir schließlich im Camper, nur um an einer Rest Area, ein Platz wo man umsonst campen kann, ohne sanitäre Einrichtungen anzukommen. Unser Camper war zwar nicht klein, er war aber auch nicht groß genug um ein Badezimmer zu enthalten.

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Es lassen sich einige Kängurus auf dem Bild finden

Schnell wurde Camps konsultiert. Ein Buch mit einer Auflistung aller Campingplätze in Australien. In der Nähe fanden wir einen Campingplatz und steuerten diesen erfolgreich an. Sogar eine heiße Dusche gab es an diesem Abend.

Melbourne

Nach 48 Stunden sollten wir schließlich in Melbourne eintreffen. Kurz davor fuhren wir die ersten tausend Kilometer voll und setzen unseren Weg ins Stadtinnere fort. Der Verkehr war ein einziges Grauen. Gefühlt war die ganze Stadt ein einziger, endloser Stau. So dauerte es weitere Stunden bis wir an unserem vermeintlichen Platz mitten in der Innenstadt ankamen, nur um festzustellen, dass das Hostel zwar den gleichen Namen hatte, aber eben kein Campingplatz war. Also fast eine weitere Stunde wieder raus aus der Stadt um in einem Vorort in den diesmal richtigen Discovery Park einzufahren.

Die Skyline

Trotz unseres Vans griffen wir auf öffentliche Verkehrsmittel zurück, einen Parkplatz wollten wir in der Innenstadt bei bestem Willen nicht suchen. Aufgrund der Höhe unseres Campers fielen sämtliche Parkhäuser und Tiefgaragen von vornherein weg. Wir setzen auf unser bewährtes System: Erstmal hin, planlos rumlaufen und dann gucken was es gibt. Schließlich landeten wir beim Frisör und Keas Haare wurden ein ganzes Stück kürzer. Danach entdeckten wir die kostenlose Nutzung von S-Bahnen in der Innenstadt. Nach ein wenig herumgefahre hatten wir genug für die Planung des darauffolgenden Tages gesehen und kehrten zu unserem Van zurück.

ACMI

Für den letzten Tag planten wir den Queen Victoria Market und das acmi zu besuchen. Punkt elf kamen wir am Markt an, der quasi gleich mit dem x Market in Sydney war. Nach ein wenig umhergelaufe ging es selbstverständlich zum angrenzenden Foodmarkt, ebenfalls unter riesigen Lagerhallen. Alles im allen erstreckt sich der Markt über gut zwei Blocks.

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Weiter ging es zum acmi, das australische Center für Bewegtbild. Wie fast alles öffentlich / staatliches in Australien war die Austellung Screen World ebenfalls kostenlos zu besuchen. Eine riesige interaktive Austellung über die Entwicklung von Bildschirmen und Bewegtbild, einschließlich Computerspiele. Auf einem Atari und Nintendo 64 wurden Klassiker gespielt. Direkt daneben auf den modernsten Konsolen Rocket League und Nidhogg. Neben den Spielen gab es noch sehr viel mehr zu erleben. Unser eigenes Daumenkino wurde erstellt, unsere Schatten zu Monstern und es gab eine VR Lounge, die wir aufgrund der selben Technik Zuhause aber ausließen. Am coolsten war ein Raum, in dem eine Zeit lang fünf sekündige Aufnahmen von einem gemacht wurden, um dann auf der gegenüberliegenden Wand in Lebensgröße abgespielt zu werden. Wenn man sich erst klein machte konnte man so in der nächsten Aufnahme über sich selbst springen oder richtig angestellt bekam man endlos viele Arme.

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Nachdem alles zur Genüge ausprobiert worden war, besonders Rocket League tat es Kea an, ein Spiel bei dem man mit an den Wänden fahrenden Autos einen Ball in ein Tor bugsieren muss, setzen wir uns auf den naheliegenden Square und sahen ein wenig Tennis, welches Live übertragen wurde. Der Tag endete in einem Stadtpark, von wo aus es zurück zu unserem Camperpark ging.

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Insgesamt ist Melbourne eine typische größere Stadt, die vor allem mit den vielen Parks und der kostenlosen S-Bahn Zone glänzt. Neben dem Queen Victoria Markt und dem acmi gibt es aber nicht allzu viel neues, was es nicht in anderen Städten ebenfalls gibt.


Meinungen und Tipps

Unterkunft: Pebbly Beach

Direkt am Strand gelegen, inklusive einer Känguru Kolonie, ein echter Traum. Es gibt nur eine Hand von Stellplätzen, deshalb vorher buchen. Trinkwasser ist nicht vorhanden.

Transport: myki

Genauso wie in Sydney erwirbt man eine Karte für alle Verkehrssysteme. Diese lässt sich in vielen Läden aufladen. Beim Betreten und Verlassen der Busse tappt man einfach ab.

Sehenswürdigkeiten: acmi

Das Center für Bewegtbild bietet neben aufgeführten Filmen auch Ausstellungen. Diese sind sehr interaktiv und teilweise umsonst. Auf der Rückseite befindet sich ein Square auf dem sportliche Veranstaltungen übertragen werden.

Essen: M&M’s

In Australien gibt es eine riesige Auswahl an Sorten und verschiedenen M&M’s Süßigkeiten. Riegel, Schokoladentafeln, Eis und die klassischen Linsen. Ganz neu gefüllt mit Waffel, Bretzel und Erdbeermarmelade.

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