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Nullarbor Plain

Nichts, nichts, wieder nichts und Austern

11.02.2018 – 17.02.2018

Für alle, die die Geschichte nicht interessiert, gibt es am Ende eines jeden (Weltreise-) Artikels Einschätzungen und Tipps zur Stadt in Bezug auf Unterkunft, Essen, Transport, etc.

Okay, nicht ganz. Neben dem eigentlichen Nullarbor Plaim nächtigten wir zuvor in Port Lincoln und danach in Kalgoorlie. Insgesamt 2500 Kilometer in fünf Tagen.

Adelaide – Port Augusta – Port Lincoln – Venus Bay – Nundroo – Baxter – Kalgoorlie

Port Lincoln

Ab Adelaide begann allmählich die Straße Meeresfrüchte an der Südküste. Die Straße steht stellvertretend für die vielen Städte und Unternehmen die in  jenem Gebiet tätig sind. Der Name ist Programm, an jeder Ecke erwarteten uns Restaurants und Touren auf dem Fischerboot. Für den Durschnitts-Backpacker waren diese ein wenig zu teuer, so buchte ich schließlich eine Austerntour. Dabei mochte ich gar keine Austern. Sehr gerne hätte ich auch eine Tour gemacht bei der ich mit weißen Haien getaucht wäre. Port Lincoln ist der einzige Ort in Australien wo dies möglich ist, die Preise sind dementsprechend viel zu teuer.

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Also zur Austern Tour im nahegelegen Coffin Bay. Alle Teilnehmer bekamen eine dicke Wasserhose an und stiefelten zu den Austernbänken. Auf dem Weg sah ich dabei meine erste Schlange. Eine tödliche Tigersnake, die uns aufgrund der Wasserhosen nicht weiter kümmerte. Durch das wohl klarste Wasser der Welt, dazu gleich mehr, ging es zu einer Art schwimmenden Restaurant. Oder eher zwei Bänke und vier Tische die auf dem Grund verankert sind. Während des einstündigen Vortrags erfuhren wir alle viel über, dreimal dürft ihr raten, Austern. Hier die interessantesten Fakten:

  • Es gibt Austern mit drei Chromosomen, die zeugungsunfähig sind und so immer geerntet werden können
  • Die frischesten Austern gibt es neben den Farmgebieten in Honkong, nach maximal 48 Stunden landen die frischen Austern dort
  • Es gibt ganz verschiedene Arten von Austern, die natürlich auch unterschiedlich Schmecken
  • Eine Auster reinigt sechs bis acht Liter Wasser pro Stunde, deshalb ist das Wasser so klar

Gegen Ende durften wir dann selber ran. Mit Messer und Schutzhandschuh wurden die lebenden Austern aufgebrochen und lebendig ausgeschlürft. Frischer geht es nicht. Mir schmeckten sogar alle Austern. Ähnlich wie bei Obst gibt es offensichtlich auch hier einen riesigen Unterschied zwischen frisch und eingelagert.

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Nullarbor Plain

Anderthalb tausend Kilometer bis zur nächsten Kleinstadt. Anderthalbtausend Kilometer nichts. Highlight dieser Tage war unsere Sichtung eines Dingos an einem ausgebrannten Autowrack. Neben dem eigentlichen Nullarbor Plain, an dem übrigens trotzdem einige Bäume stehen, fuhren wir über die längste Straße Australiens und dies trieb das eintönige Fahren auf die Spitze.

Die “Orte” auf dem Weg bestanden meistens nur aus einer Tankstelle mit horrenden Preisen und einem Rastplatz mit Toiletten. Nachdem wir die Grenze nach Westaustralien hinter uns gelassen hatten, an der Grenze gab es eine große Kontrolle inklusiver Camper Durchsuchung nach frischem Obst und Gemüse, ging es noch immer stundenlang durch die Ödnis.

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Neben einigen Emus sahen wir dabei leider keine wilden Kamele die durchaus oft zu finden sein sollen. Nach einer weiteren Nacht im Nirgendwo, aber mit dem wohl eindrucksvollsten Sternenhimmel der Reise, beschlossen wir einen vier stündigen Umweg nach Kalgoorlie in Kauf zu nehmen, um den Outback ein wenig näher zu kommen.

Kalgoorlie

Häufig als Westernstadt betitelt rollte sogar ein typischer Steppenläufer als wir ankamen über die Straße. Die Nebenstraßen begannen ebenfalls langsam aus dem ikonisch roten Sand zu bestehen. Eben ganz so wie wir uns Australien von vornherein vorstellten. Soweit im Landesinneren schossen die Temperaturen in die Höhe, wieder eine schlaflose Nacht nahe an den 40°C.

Besonders bekannt ist Kalgoorlie für seine Goldgrube, in der bis heute noch Gold abgebaut wird. Mit einer Dimension von 3.5km x 1.5km x 0.36km umfasst die Grube einen ganzen Berg. Zur Geschichte der Goldgrube gibt es unten in der Stadt ein Museum. Dieses ist zwar umsonst, so wirklich lohnt es sich aber nur wegen des Turmes auf den wir ebenfalls kostenlos hochfahren konnten.

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Ein weiteres kleines Highlight war die Premiere von Black Panther in den Kinos. Den Film sahen wir nur mit einem Tag Verspätung, da wir die 1500 Kilometern von Port Lincoln zum nächsten Kino in wenigen Tagen runtergefahren waren. Das Kino war ein weiteres Beispiel dafür, dass sich in Kalgoorlie Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Fünf Minuten vor der Vorstellung trudelten die Mitarbeiter nacheinander ein und öffneten das Kino eigens für die Vorstellung.

Da wir keinen Allradantrieb haben, fiel der Besuch des Outbacks leider aus. Jedoch entdeckten wir ein wenig Outback auf dem Weg runter zur Küste, doch dazu in dem nächsten Artikel mehr.


Meinungen und Tipps

Unterkunft: Ganz egal

Auf dieser Route ist es komplett egal wo man übernachtet. So weit weg von der Zivilisation ist ohnehin nichts los und alles sieht gleich aus.

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Sehenswürdigkeiten: Austern und Outback

Mit genug Geld in kann man in Port Lincoln eine Vielzahl an Touren unternehmen. Wenn dann dort. Mit nicht so viel Geld bietet aber auch die Austern Tour in Coffin Bay eine Menge Spaß und ist mit 40$ bezahlbar. Hier der Link zur Tour.

Richtiges Outback findet man ohne Allradantrieb nicht. Auf der Straße von Norseman nach Esperance gehen jedoch eine Menge roter Sandstraßen ab und bieten ein ähnliches Feeling. Alternativ geht es nach Kalgoorlie um ein wenig mehr von dem Leben im Hinterland zu erfahren.

Essen: Austern

An Meeresfrüchte Straße auf der Eyre Peninsula ruhig Mal einige frisch gefangene Austern oder Fische kaufen und zubereiten. Abseits von Restaurants sind diese auch bezahlbar.

Transport: Tankt immer!

Tankstellen sind schon ab Port Lincoln äußert rar. Entweder mit Campermate gut planen oder jede Tankstelle mitnehmen die auf dem Weg liegt.

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