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Reisen in Malaysia

Unterwegs mit Bus, Bahn, Boot, Flieger und Taxi

In diesem Gastbeitrag soll es fast nur um die Beförderung in Malaysia gehen. Fynn und Kea haben mich freundlich fast 4 Wochen auf ihrer Tour mitreisen lassen und als Gegenleistung habe ich komplett von Deutschland aus geplant und vieles bereits gebucht, da wir im Zeitrahmen bleiben wollten. Mein Rückflug ab Bangkok stand ja bereits fest.

Malaysia gilt als leicht zu bereisendes Land für Backpack-Einsteiger. Es bietet sich genauso an, um nach 20jähriger Abstinenz zu testen, ob Rucksackreisen „noch geht“….

Von Singapur nach Malaysia

Die Anreise über Singapur war für uns eine schöne Variante – Fynn und Kea hatten nur einen kurzen Flug ab Perth, ich kam via Dubai 2 Tage im Voraus an, um ganz ungestört meinen Jetlag ausgleichen zu können.

Von Singapur, so der Plan, sollte es durch Malaysia gehen, inklusive einer Fahrt mit der Jungle-Train und inklusive einiger Tage am Strand – das waren die ersten Überlegungen.

Alle Tickets und Fahrten lassen sich einfach und gut über folgende Anbieter buchen:

https://12go.asia/de

https://www.busonlineticket.com

Die Hotels habe ich komplett über booking gebucht, bis auf die Häuser in Singapur und Bangkok. Start und Ziel sollte besonders nett werden und besonders im Fall von Bangkok hat sich der Gang ins Reisebüro des Vertrauens gelohnt, das Siam@Siam Design Hotel hat Spaß gemacht!

In Singapur gibt es keinen zentralen Busbahnhof, daher sollte genug Zeit für den Transfer zum Busstop eingeplant werden – unser Taxifahrer wusste beispielsweise überhaupt nicht, wohin wir wollten und die Bushaltestelle war ein recht unscheinbares Hüttchen. Der Bus war aber, wie alle anderen Busse auf der Reise, absolut ok, pünktlich, plüschig und so gut klimatisiert, dass Fynn sich prompt die klimaanlagen-verantwortete Erkältung seines jungen Lebens geholt hat. Kea und ich hatte da bereits mehrere Lagen an Halstüchern umgeworfen.

Auf der Fahrt von Singapur nach Malakka muss man beim Grenzstop nur der Menge nachlaufen, um erst auszureisen und dann in Malaysia wieder einzureisen.  Mit deutschem Pass konnten wir die automatische Kontrolle nutzen, bei der Einreise wurden dann diverse Fingerabdrücke gespeichert, das ganze Procedere ging aber fix und der Bus wartet hinter der Glastür auf der malaysischen Seite der Grenze. Eine Dame hatte einige Schwierigkeiten mit ihren Papieren und der Busfahrer wartete nicht nur die garantierten 30 Minuten, sondern über eine Stunde, bis alle wieder im Bus saßen. Also: Keine Hektik!

In Malakka ließen wir uns in der City absetzen. Der Busbahnhof liegt 20 Minuten außerhalb und war am nächsten Morgen gut per Taxi zu erreichen.

Transport in Malaysia

Von Malakka nach Kuala Lumpur dauert es nur drei Stunden und die heiße Mittagszeit lässt sich gut im klimatisierten Bus überbrücken. An-/ und Abfahrtspunkte per Bus in KL sind entweder der internationale Flughafen oder der KL Sentral Busbahnhof, der weit außerhalb liegt – wieder ein Taxi, wir gewöhnten uns übergangslos ans Taxisfahren.

Eine Fahrt mit der Jungle Train der Länge nach in Süd-West-Richtung durch Malaysia ist entweder vom Startpunkt in Johor Bharu aus zu organisieren, oder ab einer der Haltestellen. Da der Zug auch an einem normalen Wochentag gut ausgebucht ist, würde ich immer eine Vorab-Reservierung empfehlen! Wir haben uns für die Strecke ab Gemas entschieden.  Großer Nachteil: Von Deutschland aus war der Schlafwagen nicht zu buchen und vor Ort waren die Liegen bereits ausgebucht. Holzklasse. Von KL aus fuhren wir erst nach Gemas und warteten dort auf den Nachtzug, der von Johor Bharu in Richtung Wakaf Bharu, bzw. bis zur Endhaltestelle weiterfährt. Die Verspätung von einer Stunde schien gewöhnlich zu sein – alle anderen Züge und Busse in Malaysia waren während unserer Reise immer auf die Minute pünktlich.  Der Start unserer Fahrt fiel in die Dunkelheit und wir versuchten, die Nacht zu verschlafen, was in der Holzklasse mäßig gut funktionierte. Das Dschungel-Panorama ist dann tatsächlich eindrucksvoll und teilweise fährt der Zug wirklich sehr langsam durch die dichte Vegetation, so dass man in Ruhe gucken kann.

Warten auf die Weiterfahrt

Mittags erreichten wir unser Ziel Whakaf Bharu und nahmen ein Taxi, das uns in einer Viertelstunde nach Kota Bharu zu einem Hotel ganz in der Nähe des neuen Busbahnhofs brachte.

Hat es sich gelohnt? Für Eisenbahn-Enthusiasten wäre die Fahrt sicher ein größeres Erlebnis gewesen, wir wollten vor allem die Fahrt durch den Dschungel erleben – im Vergleich zu dem am nächsten Tag folgenden East-West-Highway, den wir als Event überhaupt nicht auf der Liste hatten, würde ich sagen: Eine Zugfahrt in der Schlafwagen-Kategorie wäre sicher entspannter und ganz interessant gewesen. So war es ok, aber ich brauche das nicht dringend nochmal. Die folgende Busfahrt dagegen: Sofort wieder!!

Beine vertreten im Zug

Zu Khota Bharu hat Fynn bereits geschrieben. Die Menschen hier waren wieder ausgesprochen freundlich und aufgeschlossen und entgegenkommend. Die Ratten abends auf der Straße leider auch. Ich war schon oft in Asien unterwegs, aber solche Heerscharen von Nagern habe ich bislang noch nicht gesehen und vielleicht macht es das Alter und eine gewisse Bequemlichkeit, ich habe ganz persönlich für mich entschieden, dass ich so viele Ratten auch im Sinne von besonderem Lokalkolorit nicht brauche. Nichts desto trotz: Nette Menschen, nette Atmosphäre auf dem Nachtmarkt, einem Straßenhändler haben wir zum Abendessen die Dumplings leergekauft – sehr lecker! Die Ratten sind nur mein privates Thema und sollen nicht vom guten Eindruck ablenken: Hier ist Malaysia wenig touristisch, man erlebt Alltag, es ist eine nette Ecke des Landes.

East-West Highway

Bei der Fahrt ab Kota Bharu Achtung: Es gibt einen alten und einen neuen Busbahnhof, ersterer im Zentrum, der neue liegt außerhalb, aber in der Nähe eines großen Einkaufszentrums mit gutem Food Court und einiger Hotels. Der  Busbahnhof an sich ist einfacher als zum Beispiel in Malakka und ich würde mich eher an anderer Stelle mit Proviant eindecken.

Der East-West Highway verläuft parallel zur Grenze nach Thailand und streift 2 Nationalparks. Und um es kurz zu machen: Für uns war diese Strecke das eigentliche Highlight. Wir hatten uns bewusst gegen eine Trekking-Tour durch den Dschungel entschieden, was uns auf dieser Fahrt zeitweise sehr wurmte, denn die Ausblicke waren phantastisch.  Die Straßenführung durch die Natur ist nicht unumstritten und die direkten Auswirkungen sahen wir alle paar Kilometer in Form von hochbeladenen Tropenholz- LKWs.

An der Straße stehen Warnhinweise, die neben Elefanten auch Tapire betreffen und anderes Getier. Gesehen haben wir dann tatsächlich am Straßenrand einen Elefanten, der sich am Buschwerk gütlich tat. Am liebsten hätten wir die Notbremse zum Fotografieren gezogen…

In der Mittagszeit wird an einer Raststation eine Pause eingelegt und hier waren wir die einzigen Touristen, so wie auch im Bus, der wohl eher von Einheimischen genutzt wird. Tipp: Die Plätze im Doppeldecker oben, ganz vorne buchen!

Da wir über die Hängebrücke nach Penang fahren wollten, sind wir nicht in Butterworth an der Fähre ausgestiegen – dies wäre aber der schnellere  Weg direkt nach Georgetown gewesen. Der Bus hat direkt am Fähranleger gehalten und die Fähre hätte uns in einer Viertelstunde direkt nach Georgetown geschippert. Der Busbahnhof auf Penang liegt dagegen eine halbe Stunde von Georgetown entfernt, aber wie gesagt: Die Brücke sollte es sein. In Georgetown ist alles zu Fuß zu erreichen.

Von Georgetown nach Langkawi gibt es gute Fährverbindungen, die etwa 4 Stunden benötigen und in Kula anlanden. Ich hatte gesehen, dass die Flüge nur unwesentlich teurer sind und so flogen wir die wohl kürzeste Strecke unseres Lebens, hoch und wieder runter in 17 Minuten von Penang nach Georgetown. Da die Rucksäcke vorab nur mit einem Service-Paket einzubuchen waren, das außerdem freie Platzwahl und auch einen Snack enthielt, stand dann in Minute 2 die Stewardess mit zwei Tüten vor uns, die unsere Mahlzeiten enthielten – für Kea sogar vegetarisch. „to go“, da wir ja schon wieder im Landeanflug waren.

Über Langkawi hat Fynn bereits berichtet. Das Chenang Inn ist eine gute Wahl, wenn man etwas Ruhe haben möchte und trotzdem alles zu Fuß erledigen will und wenn man zudem Hühner mag!

Von Langkawi aus sind wir über KL nach Bangkok Don Muang geflogen.

Transport in Bangkok

In Bangkok haben wir dann neben Tuk Tuk und Skytrain auch die Klong-Boote genutzt, die direkt hinter unserem Hotel (Nähe Jim Thompson House) anlandeten – eine sehr schnelle Variante, um zum Beispiel vom MBK zum Golden Mountain zu gelangen. Achtung beim Auf- und Abspringen! Die Fahrt kostet umgerechnet nur einige Eurocent und wird direkt auf dem Boot bezahlt.

Die Expressboote auf dem Chao Phraya River werden in vielen Blogs beschrieben und verbinden sehr gut das neue Bangkok mit den Tempeln, Chinatown und der Khao San Road.

Das Reisen in Singapur und Malaysia war sehr stressfrei, ruhig und weitestgehend komfortabel. Die Menschen sind hilfsbereit und freundlich und haben uns gerade im Norden des Landes auch häufig interessiert angesprochen.

Es ist nicht nötig, sehr weit im Voraus zu denken, da überall Food Courts und Straßenhändler stehen: Wasser und Snacks sind also immer verfügbar.

Kosten

Hier einige Preise, die das Preisniveau für Transport im März 2018 abbilden.

Singapur/ in Singapur-Dollar:

3-Tages-Tourist-Pass (Nutzung aller öffentl. Verkehrsmittel) 20 $ (12,30€) + 10 $ Deposit

Einzelfahrt MRT 2 $ (1,25€)

Taxi  (ca. 15Min. Fahrt) 10 $ (6€)

Bus Singapur nach Malakka 24,10 $ (15€)

Malaysia:

Taxi Malakka City – Busbahnhof 20 MYR (4€)

Bus Malakka – Kuala Lumpur 13 MYR (2,60€)

Taxi KL Terminal Bersepadu Selatan – Jalan Imbi, 13km  50 MYR (10€)

KL kleinere Strecken, 10 Minuten  10 – 20 MYR

Jungle Train Gemas – Wakaf Bharu  34 MYR

Flug Penang – Langkawi 114 MYR (23€)

Langkawi Taxi Chennang Inn – Airport 20 MYR (4€)

Bangkok:

Taxi Airport Don Muang – Siam Square/ Nähe MBK  200 THB (5,50 €)

Taxi Siam Square/ Nähe MBK – Airport Suvarnabhumi 500THB (13€)

Ich habe bei den Buchungen nicht stundenlang nach dem günstigsten Tarif gesucht und mit den Taxifahrern haben wir auch nicht ewig gehandelt.

Zum Abschluss kommt hier noch ein Fahrplan, den ich selbst für die Planung der Tour gern vorab gehabt hätte, der Fahrplan der Jungle Train:

 

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