Piha & Paihia

Weihnachten am Strand auf der anderen Seite der Welt

14.12.2017 – 27.12.2017

Für alle, die die Geschichte nicht interessiert, gibt es am Ende eines jeden (Weltreise-) Artikels Einschätzungen und Tipps zur Stadt in Bezug auf Unterkunft, Essen, Transport, etc.

Ankunft in Auckland

Auf dem 14 Stunden langen Flug über Fidji, mit dem Aufenthalt dort 18 Stunden, nach Neuseeland schliefen wir äußerst lange und kamen so einigermaßen ausgeruht in Auckland an. Die Sicherheitskontrolle war ähnlich wie in Los Angeles sehr entspannt. Wir deklarierten all unsere Lebensmittel und mussten bei der Biosecurity lediglich unseren Knoblauch lassen.

Mit dem Bus ging es vom Flughafen in die Innenstadt, wobei die Busfahrerin erstmal einen Auffahrunfall verursachte. Dieser war aber halb so wild und so ging es nach einer kurzen Verzögerung weiter. Im Hostel machten sich dann doch die Anstrengungen der letzten 24 Stunden und der leichte Jetlag bemerkbar. Unglücklicherweise verpasste ich so den Start von Star Wars Episode VIII und schlief dagegen um neun ein.

Piha

Am nächsten Tag ging es nach Piha, ein kleiner Ort westlich von Auckland an der Küste. Nach Auckland kehren wir ohnehin an Silvester zurück, also blieben wir nach dem Flug nur für eine Nacht dort. Die meisten Orte in Neuseeland werden zwar von den Intercity Bussen angefahren, Piha gehört aber leider nicht dazu. Mit Uber ging es also weiter. Unserer Fahrer war sie sich herausstellte ebenfalls Deutscher. Hans ging in seiner Jugend ebenfalls auf Reisen, kehrte jedoch nie nach Deutschland zurück. Erst lebte er eine ganze Zeitlang in Südafrika und zog vor zwei Jahren schließlich nach Auckland. Dies hatte seine Gründe: Seine Kinder leben in Los Angeles und Honkong, beides ist von Auckland besser zu erreichen.

Aufder Fahrt nach Piha hielten wir an zwei Aussichtspunkten und bekamen eine ganze Menge über Neuseeland und Auckland erklärt. Wo feiert man am besten Silvester? Wie heißen alle möglichen Bäume und Tiere? Es war eine tolle Fahrt!

Unten am Strand liegt Paihia

Angekommen in Piha waren wir wieder einmal begeistert. Angefangen mit unserem Hostel, welches komplett offen mit vielen Glasfronten mitten in der Natur liegt. Es gab noch nicht einmal Schlüssel für unseren Dorm!

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In Piha erkannten wir auch sofort, warum Neuseeland so gefeiert wird. Die Natur ist eine Mischung aus den Urwäldern in Costa Rica und und den uns bekannten Wäldern aus Deutschland. Heißt unglaubliche Vegetation und trotzdem ist es im Wald sehr licht und nicht allzusehr zugewachsen.

Sofort wanderten wir deshalb zu einem Wasserfall in unserer Nähe und vergaßen natürlich die Badesachen. Am Eingang eines jeden Waldes mussten wir sogar unsere Schuhe säubern und desinfizieren um verschiedenen Krankheiten für Wasser und Vegetation vorzubeugen. Der Wasserfall selbst war traumhaft gelegen, wir konnten ebenfalls zum oberen Anfang des Wasserfalls steigen und den Ausblick genießen.

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Löwenfelsen und Schlüssellöcher

Quasi auf der gegenüberliegenden Seite des Wasserfalls stand ein riesiger Felsen an der Küste, der „Lion Rock“. In Hoffnung auf eine gute Aussicht bestiegen wir diesen, es gib dafür auch einen offiziellen Weg. Etwa nach der Hälfte war aber erstmal Schluss. Aufgrund von möglichem Steinschlag war der restliche Weg gesperrt. Zuerst waren wir davon abgeschreckt, jedoch kletterten eine Menge Leute trotzdem auf den Felsen. Als dann schließlich eine Frau in Flip-Flops und mit einer großen Einkaufstasche den Felsen bestieg folgten wir ihr. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

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In Piha selbst gibt es nur zwei Cafés und einen  Campingplatz. Auch gibt es keinen richtigen Supermarkt, lediglich einen ein-Zimmer-Biomarkt mit Basics. Dieser bot aber auch diverse selbst zubereitete Gerichte an. Ich entschied mich für einen Steak-Mushroom-Pie.  Ein absoluter Traum. Warum gibt es diese Teile nicht in Deutschland?!

Die Oxford Pies werden hier überall angeboten

Um unserem Besuch in Piha abzuschließen besuchten wir das „Keyhole“. Eine Art natürlicher Tunnel durch einen  Berg an der Küste. Dieser war aber nur bei Ebbe zu besichtigen, da er sonst komplett geflutet war. Die Strömungen und das Meer waren in Piha in keinster Weise zu unterschätzen. Die Bademeister, gesponsert vom DHL, steckten immer ein Gebiet ab, in dem geschwommen werden dufte. Zusätzlich flog alle halbe Stunde ein kleines Flugzeug Patrouille. Bei solchen Wellen wäre es ein Traum gewesen wieder zu surfen. Boards kosteten hier aber 30$ für gerade Mal zwei Stunden. Wir blieben beim Wandern. In einem Buch im Hostel war sogar ein Bild von einem Mann, der durch den Tunnel surfte.

Das Keyhole von innen

Die Zeit ging leider viel zu schnell rum und so fuhren wir mit Hans zurück nach Auckland, von wo aus es nach Paihia ging.

Kurzer Stopp in Auckland

Paihia

Paihia liegt direkt an der „Bay of Islands“. Wie der Name vermuten lässt ist es eine Bucht mit einigen größeren und kleineren Inseln. Sogar einen Countdown gibt es hier, eine Supermarktkette die wir ziemlich feiern. Im Countdown gibt es eine riesige Auswahl und viele fertige Gerichte, das alles dazu billig. Wir quartierten uns für vier Nächte im Pickeld Parrot Hostel ein, um dann weitere vier Nächte in einer Suite mit Küche in Ala Moana Motel zu sein. Im Hostel lernten wir vier weitere Deutsche kennen. Mit Alex, Bettina, Patrick und Maik ging es unter anderem wandern.

Am Aussichtspunkt in Paihia

In der Vorweihnachtszeit wurden natürlich auch Kekse gebacken. Mein erster Versuch Mokka Bohnen zu backen ging in die Hose. Am nächsten Tag gelangen sie mir aber schon deutlich besser. Kea backte sich dagegen die deutschen Standardplätzchen.

Plätzchen!

Zu Weihnachten zogen wir schließlich ins Motel um. Mit gemischten Gefühlen kamen wir an. Wir hatten das Motel weit im Vorraus gebucht und selbstverständlich auf eine Küche geachtet. Wir bemerkten aber vor kurzem, dass die Küche ohne Ofen war, jedoch meinten wir Herdplatten auf den Bildern ausmachen zu können. Unser Weihnachtsessen war lange geplant und ein Ofen war dafür eigentlich unabdingbar. In Kanada hatten wir zum Glück gelernt, wie wir einen Gasgrill als Ofen nutzen können. Das Problem war aus der Welt geschafft.

Die Suite überzeugte uns dann dennoch. Komisch war nur, dass es neben unserem Doppelbett ein extra Zimmer gab, in dem zwei weitere Betten standen. Das Zimmer wurde unser begehbarer Kleiderschrank, was ein Luxus. Am 24. wurden wir noch einmal richtig kreativ und bastelten unsere Suite schön. An die Fenster kamen Engel und auf den Tisch ein Tannenbaum.

Das Weihnachtsessen

Zuhause in Deutschland kochten Kea und ich teilweise ein wenig. Unser Lieblingsgericht war dabei ein selbstgebackenes Brot mit einer Käse-Spinat-getrockneten Tomaten Füllung. Für das Brot brauchten wir zwei ganz bestimmte Käsesorten, einen Taleggio und einen Pecorino. Im Countdown dann doch leider unauffindbar entschieden wir uns für Parmesan mit Cambert.

Das noch geöffnete Brot

Zusätzlich zum Brot machten wir einen Salat mit selbstgemachter Walnusssalsa und gebackenen roten Zwiebeln, daneben eine Pilzpfanne. Da am 25. alle Läden geschlossen hatten kauften wir ebenfalls für die Feiertage ein. Bei Kea gab es Lasagne und bei mir Mexikan Burger. Alles in allem kostete der Einkauf 40€ p.P.  Am 24. wurde früh um 15:00 Uhr angefangen zu kochen, da das Brot ganze viermal ziehen muss. Sechs Stunden später kamen wir dann endlich an unser Essen. Herrlich!

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Weihnachten?

Geschenke hab es an Heiligabend leider nicht, am ersten Weihnachtstag brachte unser Hostelpapa uns aber Schnapspralinen und ein Knallbonbon vorbei. Knallbonbons werden an beiden Enden gezogen um einen kleinen Knall zu erzeugen. Innen sind dann eine Papierkrone, ein schlechter Witz und Sticker. Trotz des orpulenten Essens und der Geschenke wollte keine Stimmung aufkommen. Es war einfach viel zu heiß, wir waren am Strand und die Neuseeländer zelebrierten Weihnachten in keinster Weise. Es kam einem vor wir ein ganz normaler Tag, aufgrund der äußeren Umstände und des Essens ließ es sich aber mehr als aushalten.

Wir hatten sogar so viel Essen über, dass die Burger und die Lasagne auf den 26. verschoben wurde.

Ein Wald unter Wasser

Neben dem vielen Essen haben wir nicht vergessen uns Paihia weiter anzuschauen. Am 25. unternahmen wir eine kleine Weihnachtswanderung zu einem nahegelegenen Wald. Dieser stand mitten in einer Art Sumpf über den eine Brücke führte. Kiwis sahen wir dabei leider immer noch nicht, diese sind aber auch Nachtaktiv und pennen den ganzen Tag im Unterholz.

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Am unserem Abreisetag unternahmen wir morgens eine kleine Kayak Fahrt zu einem Wasserfall. Anders als bei einem Kanu lässt sich ein Kayak über zwei Pedale, welche zu einem Ruder führen, steuern. Dies ist deutlich entspannter und so kamen wir gut voran. Der Wasserfall war relativ unspektakulär, aber allein für die Fahrt lohnte es sich allemal. Wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel.

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Als nächstes geht es jetzt über Whangarei zurück nach Auckland, wo wir Silvester verbringen werden


Meinungen und Tipps

Unterkunft: Piha Beachstay Accomondation

Traumhafter geht es nicht! Zwischen den Bergen und mit vielen Glasfronten (selbst in den Dorms) ein absolutes Muss! Lediglich die Anreise kann nur über Taxi oder Uber erfolgen.

Sehenswürdigkeiten: Die Natur

An jeder Ecke finden sich kostenlose Nationalparks, Wanderrrouten zu Wasserfällen oder Aussichtspunkten. Wir konnten uns den ganzen Tag leicht beschäftigen. Besonders cool ist es natürlich mit dem Kayak zu fahren und die Gegend zu erkunden. In Paihia ist dies am günstigsten bei „Coastal Kayakers“.

Transport: Busse und Hans

In Neuseeland fahren Gott seid Dank überall Busse. Als Uber Fahrer in Auckland und Umgebung  kann ich Hans Schulte empfehlen. Einfach bei Whatsapp anschreiben: +64 22 193 6642

Essen: Vegetarische Köstlichkeiten

Unsere Rezepte für unser Weihnachtsessen haben wir aus „Vegetarische Köstlichkeiten“ von Yota Ottolenghi . Das Buch ist der absolute Hammer und bietet fast ausschließlich neue Rezepte. Brotsalat, deformierter Käsekuchen, Quiche mit Zucchiniblüten und vieles mehr.

Nochmal unser Weihnachtsessen

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